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Basiswissen Muskeln 
Der menschliche Körper verfügt über 639 Muskeln. Im perfekten Zusammenwirken mit den Knochen und Gelenken und durch Unterstützung der Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln schaffen die Muskeln die Grundlagen für alle Bewegungen des Körpers. Der Mensch ist auf die Muskelkraft angewiesen, um sich einerseits fortbewegen zu können und damit er andererseits in der Lage ist, die Kräfte, die auf ihn einwirken, zu kontrollieren.

Die Muskeln des Skeletts sind nach dem so genannten Enkapsis-Prinzip aufgebaut, was nichts anderes bedeutet, als das sich der Muskel aus immer kleiner werdenden Einheiten zusammensetzt:

Eine Membran umhüllt den gesamten Muskel. Jeder Muskel setzt sich aus gebündelten, einzelnen Fasern zusammen, die ebenfalls von einem bindegewebeähnlichen Mantel umschlossen werden. Im Bündel ist jede einzelne Muskelfaser wiederum von einer Zellwand umgeben. In jeder Faser sind Hunderte kleinster Muskelfibrillen. Die Muskelfibrillen bestehen aus den so genannten Sarkomeren. In den Sarkomeren sind die für den „Antrieb“ der Muskeln erforderlichen Proteine Myosin und Aktin enthalten, die in ineinander verschränkter Form vorliegen.

Muskelgruppen des Menschen 
Für ein gezieltes Muskeltraining ist es wichtig, die einzelnen Muskelgruppen des menschlichen Körpers und ihre Funktionen zu kennen:

Unterschenkel
Am Unterschenkel befinden sich zwei wichtige Muskelgruppen: Die vordere Wadenmuskulatur und die hintere Wadenmuskulatur. Die hintere Wadenmuskulatur wird auch als M. gastrocnemius bezeichnet. Sie ermöglicht den Zehenstand und leistet den größten Anteil bei der sogenannten Venenpumpe (Die Venenpumpe unterstützt das Herz. Das Blut wird durch Muskelkontraktionen der Wadenmuskulatur aktiv in Richtung des Herzens gepumpt). Die vorderen Unterschenkelmuskeln oder M. tibialis anterior ermöglichen den Fersengang. Liegt hier ein Kraftmangel vor, zeigt sich dieses in einem typischen "Watschelgang".

Oberschenkel
Der vierköpfige Schenkelmuskel M. quadriceps femoris befindet sich an der Vorderseite der Oberschenkel. Dieser Muskel beugt die Hüfte und streckt das Knie. An der Innenseite der Oberschenkel befinden sich die Adduktoren. Sie sind für das Heranführen des Beins an den Körper verantwortlich. Die sogenannten Hamstrings zu denen M. biceps femoris, M. semitendinosus und M. semimembranosus gehören, befinden sich an der Rückseite der Oberschenkel. Sie dienen zur Kniebeugung und Hüftstreckung.

Gesäß
Alle Bewegungen des Hüftgelenks werden durch Beteiligung der Gesäßmuskulatur - auch: M. glutaeus möglich.

Bauch
Am Bauch gehört der gerade Bauchmuskel oder M. rectus abdominis zu den bekanntesten Muskeln, da er den "Waschbrettbauch" bildet. Hinzukommen die schrägen Bauchmuskeln oder M. obliquus externus abdominis und der quer verlaufende Bauchmuskel, die die Verstrebung der vorderen Bauchwand verstärken. Insgesamt stellen die Bauchmuskeln einen wichtigen Faktor für die Stabilität des Körpers dar!

Brust
Die Brustmuskulatur setzt sich aus dem kleinen Brustmuskel oder M. pectorales minor und dem großen Brustmuskel oder M. pectorales major zusammen. Heutzutage hat diese Muskelgruppe nur noch wenig Bedeutung für unser Leben. Sie wird nur noch wenig belastet, beispielsweise beim Händewaschen oder beim Ausschütteln von Kissen. Die Brustmuskeln haben für den Menschen an Wichtigkeit verloren, als dieser anfing aufrecht zu gehen. Tiere, die sich auf allen Vieren fortbewegen, sind dagegen auf eine gute Brustmuskulatur angewiesen.

Rücken
Die Muskulatur des Rückens gliedert sich in die tiefe Rückenmuskulatur und die oberflächliche Rückenmuskulatur. Die tiefen Rückenmuskeln sind für die aufrechte Haltung verantwortlich. Im Gegensatz dazu dienen die oberflächlichen Rückenmuskeln oder M. latissimus dorsi zur Ausführung großer Bewegungen. So liefert die Rückenmuskulatur zum großen Teil die Kraft für die Schulter.

Schultern
Die Schultermuskulatur oder M. deltoideus trägt großen Anteil an der gesamten Körperhaltung. Sie ist an allen Bewegungen der Schulter beteiligt.

Arme
Für die Körperhaltung sind die Armmuskeln nur wenig von Bedeutung. In erster Linie sollten die Muskeln in den Armen so kräftig sein, dass die Lasten des Alltags ohne Probleme bewegt werden können. Die Armmuskulatur unterteilt sich in Oberarmmuskeln und Unterarmmuskeln. Die Beuger oder M. biceps brachii befindet sich vorn und die Strecker oder M. triceps brachii hinten am Oberarm. Die Muskeln des Unterarms sind für die Kraft der Hand bzw. der Finger zuständig. Auch sie unterteilen sich in Beuger an der Unterseite und Strecker an der Oberseite des Unterarms.

Nacken/Hals
Eine Vielzahl an kleineren und größeren Nackenmuskeln und Halsmuskeln dienen zur Stabilisierung des Kopfes. Die Muskulatur in diesem Bereich ist häufig für viele Probleme im Bereich der Schulter oder des Nackens verantwortlich. Dabei kann es sich um einfache Verspannungen oder aber um migräneartige Kopfschmerzen handeln. Aus diesem Grund sollte man sich beim Training dieser Muskelgruppe hinreichend widmen.

Aufbau einer Muskelgruppe: Agonist, Antagonist, Synergist 
Eine funktionelle Muskelgruppe setzt sich aus Agonist, Antagonist und Synergist zusammen. Als Einheit sind die verschiedenen Muskeln in Kombination für eine bestimmte Bewegung verantwortlich.

Agonist
Mit Agonisten werden die Muskeln bezeichnet, die durch Kontrahieren (Zusammenziehen) eine gewünschte Bewegung ausführen. Der zweiköpfige Oberarmmuskel gehört beispielsweise zu den Agonisten. Er beugt den Arm im Ellenbogengelenk.

Antagonist
Die Antagonisten sind quasi die Gegenspieler der Agonisten. Diese Muskeln dehnen sich durch Nachlassen der Spannung aus (verlängern sich) und führen so die entgegengesetzte Bewegung aus. Der Armstrecker ist zum Beispiel der Antagonist des zweiköpfigen Oberarmmuskels in der beugenden Bewegung des Armes.

Synergist
Bei den Synergisten handelt es sich um Muskeln, die unterstützend bei der Bewegung des Agonisten einwirken. Bei der beugenden Armbewegung hilft die Kontraktion der Synergisten Oberarmspeichenmuskel und Armstrecker dem zweiköpfigen Oberarmmuskel bei der Beugung des Armes im Ellenbogengelenk. Die Ausführung von Bewegungen wird durch das parallele Schalten mehrer Muskeln ökonomischer möglich.

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